| Beschreibung
Beim Emaillieren werden Gold- bzw. Silberfolien in
erster Linie eingesetzt, um die Transparenz und Leuchtkraft transparenter
Emails zu erhöhen und um die Kosten für massive Gold- oder
Silberuntergründe zu vermeiden. Goldfolien können wegen
ihrer chemischen Stabilität für sämtliche transparenten
Emails genommen werden. Besonders schön werden alle Rot-, Gelb- und
Grüntöne. Blaue Töne schlagen wegen der gelben Farbe des
Goldes nach Grün um. Silberfolien sind für die meisten
transparenten Rot- und Brauntöne nicht geeignet, da beim
Brennen zwischen diesen Emails und dem Silbergrund eine chemische Reaktion
stattfindet, die das Email in einen hässlichen, trüben Braunton
umwandelt.
Blau- und Grüntöne werden in der Regel auf Silber sehr schön.
Ehe Sie eine grössere Arbeit mit Folien in Angriff nehmen, sollten
Sie unbedingt Probeplatten anfertigen, um vor bösen Überraschungen
geschützt zu sein.
Für die Emailtechnik bestens geeignet sind handgeschlagene Gold- oder
Silberfolien. Folien, wie sie der Vergolder oder der Buchbinder benutzt,
sind für Emailtechniken nur bedingt zu gebrauchen, da sie extrem dünn
sind. Beim Kauf von Gold- oder Silberfolien sollte man auf den
Verwendungszweck hinweisen. Leider lassen sich folienunterlegte Emails nur schlecht fotografisch
darstellen. Trotzdem auch hier einige Bilder. Bei dem "Igel-Anhänger"
wurde die Goldfolie nicht mehr überemailliert. Die anderen
Abbildungen zeigen Silberfolie unter transparenten Emails.
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Die
Ronde dieser Brosche ist aus 0,8 mm Kupferblech.das
gegenemailliert wurde. Sichtseite mit Fondant
besieben und brennen Abkühlen und Fondantseite
mit Kleberwasser einsprühen Silberfolie wie
rechts beschrieben "löchern" und auf die nasse
Fläche legen. Brennen Abkühlen
und Folie mit einem Polierstahl andrücken und polieren. Design
mit aufgeklebten Feinsilberstegen gestalten. Die
gesamte Designfläche mit etwas Kleberwasser bestäuben,
hauchdünn Silberfondant darüber streuen und Brennen Weiterverarbeitung wie
unter Zellenschmelz beschrieben.
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Verarbeitung.
Vorbereiten der Folien. Sollen grössere Emailflächen
mit Folie belegt werden, ist es erforderlich, die Folie vorher etwas zu "durchlöchern".
Goldfolie lässt man zwischen den Seidenblättern,
so wie man sie von der Goldschlägerei erhält liegen und legt diese "Sandwich" auf eine nicht zu weiche Unterlage (Kork- oder Gummiplatte oder
einige Blatt Papier). Mit einer feinen Nadel stößt man kleine Löcher
durch das Sandwich "Seidenpapier- Goldfolie-Seidenpapier". 8-10 Löcher pro cm²
sind ausreichend. Durch diese Löcher kann beim Brennen die
unter der Folie eingeschlossene Luft bzw. das Klebemittel entweichen.
Silberfolie kann man genauso präparieren, einfacher
ist es jedoch, die Folie zwischen 2 Blätter normales Papier zu legen,
das Ganze vorsichtig zu einem lockeren Ball zusammenzudrücken und
dann Blätter und Folie wieder zu glätten. Dabei entstehen
ausreichend kleine Risse, durch die später Kleber und Luft entweichen
können. Eine weitere Möglichkeit ist, die Folie zwischen 2 Blatt
Schleifpapier Körnung etwa 120-180 zu legen (die Folie zwischen die
Schleifmittelseiten) und mit mässiger Kraft auf das "Sandwich"
zu drücken. Es entstehen viele kleine Löcher.
Gold- und Silberfolien benötigen als Untergrund immer eine
Emailschicht. Sie können nicht direkt auf das blanke Metall
aufgebrannt werden. Beschrieben wird hier das Aufbrennen einer Gold- oder
Silberfolie auf eine emaillierte Kupferplatte. Wenn Sie keine
Grundkenntnisse im Emaillieren haben, schauen Sie bitte unter "Grundtechniken"
nach. Links sehen Sie, schematisch dargestellt, die
Aufbaufolge für die Folientechnik. Von unten nach oben: Gegenemail,
Metallrezipient, Email auf das die Folie aufgebrannt wird, Folie,
transparentes Email, das die Folie bedeckt.
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Rückseite der Kupferplatte gut reinigen, mit Kleberwasser
einsprühen mit Gegenemail besieben,
trocknen, auf einen Brennuntersatz legen und das Ganze brennen.
- Nach dem Erkalten Platte plan drücken und Vorderseite und
Seitenkanten vollständig vom Zunder befreien.
- Platte mit Kleberwasser
einsprühen, mit Email, bevorzugt Fondant, besieben, auf einen Gegenemailständer stellen und brennen. Wenn die
Platte später vollständig mit Folie belegt werden soll, kann
normalerweise
fast jedes Email als Untergrund Verwendung finden. Vorsicht geboten ist
allerdings bei opakem Weiss unter Silberfolie. Hier kann es schnell zu
unerwünschten Reaktionen kommen, im Klartext: Silberfolie verbrennt
auf opakem Weiss bei relativ niedrigen Brenntemperaturen!! Bei
teilweiser Belegung der Emailfläche mit Folie verwendet man als
Untergrundemail Fondant oder ein der späteren Arbeit zuträgliches
opakes oder transparentes Email.
- Nach dem Erkalten die Ränder entzundern.
- Platte gut unter fließendem Wasser abwaschen, um Zunderreste zu
entfernen.
- Platte mit einem sehr stark verdünnten Klebemittel hauchdünn
einstreichen und sofort die durchlöcherte Folie auflegen. Die Folie kann auf dem
feuchten Hintergrund noch etwas verschoben werden. Aber Vorsicht!! Die
Folie, vor allem Goldfolie, reisst sehr leicht!! Sollte das passieren, ist
aber noch nichts verloren. Kleben Sie über den Riss einfach ein Stückchen
neue Folie.
- Platte zum Trocknen auf den heissen Ofen stellen. Langsam erwärmen,
damit das Kleberwasser verdampfen kann. Sollte sich die Folie dabei
etwas aufwölben, wird sie mit einem flachen Spatel oder einem Borstenpinsel
wieder angedrückt.
- Platte brennen.
- Nach dem Abkühlen Folie nochmals mit einem
weichen Lappen kräftig andrücken. Dabei nicht reiben, da sonst
nicht ganz festgebrannte Folie abgerieben werden kann. Passiert es doch,
solche Flächen mit Folie neu belegen und nochmals einbrennen.
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