Ingeborg Martin wurde in Coswig bei Dresden an der Elbe geboren.
Nachdem die Wirren des Krieges und die Nachkriegszeit alle Berufs-
und Zukunftspläne zunichte machten, führte sie der Zufall auf ihrer
Lebensfahrt an die Mosel. 1956 kam sie nach Trier, das ihr zur Heimat
wurde.
Hier traf sie den Maler und Grafiker Conrad Martin und war bis zu
dessen Tod 1996 mit ihm verheiratet. Im gemeinsamen Atelier gingen
sie künstlerisch ihren Weg - Conrad Martin als Maler, Ingeborg Martin
fand ihre Ausdruckweise im Email.
Von dieser uralten Technik war sie sofort fasziniert. Schon die alten
Ägypter kannten die Kunst, mit Glaspasten zu arbeiten - das dauerhafte
Verschmelzen von Metall und Glas hat bis heute seinen Reiz nicht
verloren,
Sie erwarb sich die Fertigkeiten des künstlerischen Emails über viele Jahre in zahlreichen Symposien und Lehrgängen bei weltweit anerkannten Emailkünstlern im In- und Ausland, u.a. arbeitete sie in der internationalen Emailwerkstatt in Kécskémet (Ungarn), in den Künstlerwerkstätten Erfurt, im Emaillierwerk "Alliance" in Genk (Belgien) und in der Europäischen Kunstakademie Trier (Keramik, Siebdruck, Radierung).
Sie
setzt bei ihren Arbeiten sehr oft den Hintergrund als Gestaltungsmittel
ein und zerschneidet die Kupferplatten, um sie wie ein Mosaik wieder
zusammenzufügen, wobei die Schnitte als Konturen zwischen den
Farbflächen stehen bleiben. Durch das tiefe Schwarz der Passepartouts,
das sich bis zu den Rahmen fortsetzt, bringt sie das Email zum
Leuchten,
Als
Pendant zur klassischen Emailarbeit wo Email auf Kupfer aufgeschmolzen
wird, setzt sie seit einiger Zeit auch Industrieemail auf Stahl für
ihre Arbeiten ein und hier im Gegensatz zur Abstraktion der klassischen
Gestaltung mit Siebdruck und Materialdruck in Annäherung zur Natur.
Ingeborg Martin lebt und arbeitet auf Schloß Burg an der Mosel.
Ausstellungen:
Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Deutschland, Belgien,
Estland, Griechenland, Italien, Israel, Japan, Luxembourg, Österreich, Russland,
Spanien