ENTWURF
Vorbereitende
Metallarbeiten für Silberschmuck
Welche Emails eignen sich für Silber?
Antwort: Grundsätzlich alle Schmuckemails der verschiedenen Hersteller, ganz
gleich ob die Emails bleifrei oder bleihaltig sind. Qualitätsunterschiede
zwischen den einzelnen Herstellern gibt es so gut wie nicht. Allerdings sollte
man auf ein und demselben Werkstück bleihaltige und bleifreie Emails nicht
gleichzeitig verwenden. Es ist zwar grundsätzlich möglich, bedarf aber einiger
Erfahrung. Gute bleifreie Emails liefert die Firma Thompson, USA. Viele der transparente Emails wirken auf Silber sehr schön und bereiten beim Brennen auch keine Probleme. Wie bei nahezu allen Emailqualitäten müssen auch hier bleifreie Rottöne vorher mit Fondant unterlegt werden! Transparente oder opake Emails? Natürlich verwendet man auf Silber vorzugsweise transparente, also durchsichtige Emails. Denn die Farben sollen ja durch den Silberuntergrund zum Leuchten gebracht werden. Opake, undurchsichtige Emails sollte man in erster Linie partiell verwenden. Das gibt den transparenten Emails mehr Tiefe. Sehr effektvoll ist es, wenn man transparenten Emails kleine Mengen nur grob gemörsertes opakes Email beimischt. Diese "Mischung" eignet sich aber nur für den Nassauftrag der Emails.
Welches Silber eignet sich zum Emaillieren?
Grundsätzlich eignen sich Silberlegierungen von 925 an aufwärts. (925, 935,
970=Emailliersilber, und Feinsilber 999,9). 970er Emailliersilber bekommt man
nur sehr schwer. Es bringt auch keine wesentlichen Vorteile. Vor diesem Arbeitsschritt kann man die Sichtseite des Blechs, falls gewünscht, strukturieren. Das macht die Emailfläche lebhafter da das Licht, welches durch das transparente Email bis zum Blech durchdringt, viel besser reflektiert wird. Alle Strukturverfahren wie: Gravieren, Meißeln, Hämmern mit Kugelhammer oder der Hammerfinne, Ätzen, Walzen mit entsprechenden „Einlagen“ wie Apfelsinennetz, etwas stärkerem Papier, Gardinen- oder Stoffresten allgemein, Designblechen usw. lassen sich anwenden. Es ist ratsam, das Blech nach dem Strukturieren weich zu glühen und anschließend etwas aufzuwölben. Das gewölbte Blech ist nicht nur stabiler als ein flaches Blech, sondern die Emailoberfläche lässt sich später auch einfacher schleifen und polieren. Legiertes Blech vor dem Emaillieren vorbereiten Um legierte Bleche an der Oberfläche etwas vom Legierungskupfer zu befreien und somit eine dünne Feinsilberschicht zu erzeugen, verfährt man wie folgt: Das vorbereitete Silberblech (strukturiert, evtl. gewölbt
usw.) erhitzen bis es dunkelrot glüht. Achtung!! Werkstück nicht zu hoch
erhitzen!! Es entsteht an der Oberfläche eine grauschwarze Schicht die im
wesentlichen aus Kupferoxid besteht. Diese Schicht muss abgebeizt werden. Dazu
das Werkstück in eine geeignete Beize geben. In der "Küchenwerkstatt"
sollte man keine gefährlichen Beizen (Schwefelsäure, Salpetersäure und dergl.) verwenden!!.
Werkstück unter fließendem Wasser mit einer feinen
Messingdrahtbürste abbürsten (eine sehr harte Nagelbürste tut es notfalls
auch), trocknen und erneut dunkelrot glühen. Wiederum wird eine dunkelgraue
Schicht entstehen, die wieder abgebeizt werden muss! Der Vorgang des Glühens,
Beizens und Bürstens wird so lange wiederholt, bis die Oberfläche des Silbers
nach dem Glühen weiß bleibt. In der Regel muss man den Vorgang 3-5 mal
wiederholen.
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Danach Oberfläche mit einem Polierstahl oder -achat glätten um die Oberfläche
zu verdichten. Die Oberfläche kann auch maschinell poliert werden. Danach muss das
Werkstück aber sehr gründlich von evtl. zurückbleibenden Polierfetten oder
–rückständen gereinigt werden. Um zu kontrollieren ob die Werkstückoberfläche
schmutz- und fettfrei ist, etwas Wasser auf die Oberfläche des Werkstücks
gießen. Das Wasser muss die Oberfläche komplett bedecken!! Bilden sich
Wasserinseln, ist das Blech nicht fettfrei. Ist die Oberfläche fettfrei, kann der erste Emailauftrag ( in der Regel
verwendet man als Grundemail ein Silberfondant) erfolgen. Einige Grundkenntnisse des Emailauftrags werden in diesem Beitrag vorausgesetzt. Fehlen diese Grundlagen können sie unter „Emailtechniken“ auf dieser HP nachgelesen werden. Prinzipiell sollte man Emailarbeiten, ob Schmuck, Gerät oder Bildplatten, immer beidseitig emaillieren. Bei einseitig emaillierten Gegenständen springt das Email auf Grund von Spannungsdifferenzen zwischen Email und Blech früher oder später ab. Ist die Rückseite nachher sichtbar, verwendet man als Gegenemail eine zur Sichtseite korrespondierende Emailfarbe. Ist die Rückseite nicht sichtbar, kann man auch Emailreste verwenden. Þ
Rückseite
des Blechs gut reinigen. Sie muss absolut schmutz- und fettfrei sein. Soll die Platte als Schmuck getragen werden, empfiehlt sich in diesem Fall eine Kasten- oder Krappenfassung gefasst werden. Wenn Sie sich für das Emaillieren von Silberschmuck interessieren, können Sie bei mir ein Manuskript „Vom Silberblech zum Emailschmuck“ auf CD zum Preis von 15,- Euro erwerben. Das Manus beschreibt auf über 30 DIN A4 Seiten ausführlich und reich bebildert sowohl die vorbereitenden Metallarbeiten einschließlich verschiedener Fassungsarten, das Anlöten von Rahmen und Furnituren vor dem Emaillieren, Cloisonné-Emaillierung, Schleifen und Polieren des Emails usw. |