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Vorbereitende Metallarbeiten für Silberschmuck

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Welche Emails eignen sich für Silber?

Antwort: Grundsätzlich alle Schmuckemails der verschiedenen Hersteller, ganz gleich ob die Emails bleifrei oder bleihaltig sind. Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Herstellern gibt es so gut wie nicht. Allerdings sollte man auf ein und demselben Werkstück bleihaltige und bleifreie Emails nicht gleichzeitig verwenden. Es ist zwar grundsätzlich möglich, bedarf aber einiger Erfahrung.
In der Regel können Sie die Emails verschiedener Hersteller Schauer, Soyer, Ball, Ninomia, Biso [diese Emails sind alle bleihaltig] ) bedenkenlos auf einem Werkstück verarbeiten, so dass Sie sich Ihre Lieblingsfarben von verschiedenen Herstellern besorgen können.
Lieferantennachweis per E-Mail: massow@emailkunst.de

Gute bleifreie Emails liefert die Firma Thompson, USA. Viele der transparente Emails wirken auf Silber sehr schön und bereiten beim Brennen auch keine Probleme. Wie bei nahezu allen Emailqualitäten müssen auch hier bleifreie Rottöne vorher mit Fondant unterlegt werden!

Transparente oder opake Emails?

Natürlich verwendet man auf Silber vorzugsweise transparente, also durchsichtige Emails. Denn die Farben sollen ja durch den Silberuntergrund zum Leuchten gebracht werden. Opake, undurchsichtige Emails sollte man in erster Linie partiell verwenden. Das gibt den transparenten Emails mehr Tiefe. Sehr effektvoll ist es, wenn man transparenten Emails kleine Mengen nur grob gemörsertes opakes Email beimischt. Diese "Mischung" eignet sich aber nur für den Nassauftrag der Emails.


Brosche ca 4 x 4 cm in Kastenfassung.
Transparente Emails auf Silber, die dunkelblauen Punkte im Hinter grund und die hell- und dunkel- braunen Punkte im „Laub“ sind opake Email- körnchen.

Welches Silber eignet sich zum Emaillieren?

Grundsätzlich eignen sich Silberlegierungen von 925 an aufwärts. (925, 935, 970=Emailliersilber, und Feinsilber 999,9). 970er Emailliersilber bekommt man nur sehr schwer. Es bringt auch keine wesentlichen Vorteile.
Die Silberlegierungen 925, 935, und 970 enthalten als Legie- rungselement im wesentlichen Kupfer. Da der Kupferanteil die Transparenz und Farbe von Emails beeinflussen kann, muss der Kupferanteil auf der Oberfläche des Werkstücks reduziert werden.

Vor diesem Arbeitsschritt kann man die Sichtseite des Blechs, falls gewünscht, strukturieren. Das macht die Emailfläche lebhafter da das Licht, welches durch das transparente Email bis zum Blech durchdringt, viel besser reflektiert wird. Alle Strukturverfahren wie: Gravieren, Meißeln, Hämmern mit Kugelhammer oder der Hammerfinne, Ätzen, Walzen mit entsprechenden „Einlagen“ wie Apfelsinennetz, etwas stärkerem Papier, Gardinen- oder Stoffresten allgemein, Designblechen usw. lassen sich anwenden. Es ist ratsam, das Blech nach dem Strukturieren weich zu glühen und anschließend  etwas aufzuwölben. Das gewölbte Blech ist nicht nur stabiler als ein flaches Blech, sondern die Emailoberfläche lässt sich später auch einfacher schleifen und polieren.

Legiertes Blech vor dem Emaillieren vorbereiten

Um legierte Bleche an der Oberfläche etwas vom Legierungskupfer zu befreien und somit eine dünne Feinsilberschicht zu erzeugen, verfährt man wie folgt:

Das vorbereitete Silberblech (strukturiert, evtl. gewölbt usw.) erhitzen bis es dunkelrot glüht. Achtung!! Werkstück nicht zu hoch erhitzen!! Es entsteht an der Oberfläche eine grauschwarze Schicht die im wesentlichen aus Kupferoxid besteht. Diese Schicht muss abgebeizt werden. Dazu das Werkstück in eine geeignete Beize geben. In der "Küchenwerkstatt" sollte man keine gefährlichen Beizen (Schwefelsäure, Salpetersäure und dergl.) verwenden!!.
Hier das Rezept für eine relativ harmlose Beize:
50 Gramm Alaunsalz (Apotheke) auf 450 ml Wasser. Beize beim Gebrauch auf etwa 50-60 Grad C erwärmen. Werkstück so lange in der Beize lassen, bis die grau-schwarze Schicht verschwunden ist
.

Werkstück unter fließendem Wasser mit einer feinen Messingdrahtbürste abbürsten (eine sehr harte Nagelbürste tut es notfalls auch), trocknen und erneut dunkelrot glühen. Wiederum wird eine dunkelgraue Schicht entstehen, die wieder abgebeizt werden muss! Der Vorgang des Glühens, Beizens und Bürstens wird so lange wiederholt, bis die Oberfläche des Silbers nach dem Glühen weiß bleibt. In der Regel muss man den Vorgang 3-5 mal wiederholen.

 

Danach Oberfläche mit einem Polierstahl oder -achat glätten um die Oberfläche zu verdichten. Die Oberfläche kann auch maschinell poliert werden. Danach muss das Werkstück aber sehr gründlich von evtl. zurückbleibenden Polierfetten oder –rückständen gereinigt werden. Um zu kontrollieren ob die Werkstückoberfläche schmutz- und fettfrei ist, etwas Wasser auf die Oberfläche des Werkstücks gießen. Das Wasser muss die Oberfläche komplett bedecken!! Bilden sich Wasserinseln, ist das Blech nicht fettfrei. Ist die Oberfläche fettfrei,  kann der erste Emailauftrag ( in der Regel verwendet man als Grundemail ein Silberfondant) erfolgen.
Vermeiden lässt sich dieses umständliche Procedere des Glühens und Beizens, wenn man mit Feinsilber (999,9) arbeitet. Der oft angeführte Einwand, dass Feinsilber zu weich ist, beruht auf einem Vorurteil! Emailliert man ein Feinsilberschmuckstück beidseitig, ist es genau so stabil wie ein Schmuckstück aus legiertem Silber. Ich selbst verwende für Schmuckstücke bis etwa 4 x 4 cm Feinsilberblech der Stärke 0,5 mm. Natürlich muss man bei langen, schmalen, z. B. 2 x 5 cm oder bei größeren Schmuckstücken die Blechstärke dicker wählen!Emaillieren

Einige Grundkenntnisse des Emailauftrags werden in diesem Beitrag vorausgesetzt. Fehlen diese Grundlagen können sie unter „Emailtechniken“ auf dieser HP nachgelesen werden.

Prinzipiell sollte man Emailarbeiten, ob Schmuck, Gerät oder Bildplatten, immer beidseitig emaillieren. Bei einseitig emaillierten Gegenständen springt das Email auf Grund von Spannungsdifferenzen zwischen Email und Blech früher oder später ab. Ist die Rückseite nachher sichtbar, verwendet man als Gegenemail eine zur Sichtseite korrespondierende Emailfarbe. Ist die Rückseite nicht sichtbar, kann man auch Emailreste verwenden.

     Þ Rückseite des Blechs gut reinigen. Sie muss absolut schmutz- und fettfrei sein.
Þ Gegenemail aufsieben oder nass auftragen
Þ Werkstück auf einen Gegenemailständer legen, trocknen und brennen.
Þ Nach dem Abkühlen Werkstück noch mal kurz richten.
Þ Vorderseite des Werkstücks polieren und danach gut säubern. Die Oberfläche muss absolut fett- und schmutzfrei sein. (siehe oben)
Þ Zunächst sollte man eine ganz dünne Schicht eines guten Silberfondants auftragen und brennen. Das gibt den Emails zusätzlich Tiefe. Das Silberfondant muss sehr gut gewaschen oder ausgesiebt werden. Kleinste Anteile an Feinstaub im Email machen das gebrannte Fondant trübe!!
Þ  Soll eine Cloisonné- (Stegemail-, Zellenschmelz-) arbeit entstehen, Oberfläche mit einem Diamantwerkzeug leicht aufrauen. Das hat den Vorteil, dass die Metallstege beim Aufkleben nicht so leicht verrutschen. Oberfläche zunächst sehr gut unter fließendem Wasser mit einer harten Zahn- oder Nagelbürste abbürsten. Danach mit destilliertem Wasser nachspülen..
Þ Stege aufkleben.
Einen für alle Emailtechniken geeigneten Kleber kann man leicht selbst herstellen. Rezept: ½ Teelöffel einfacher Tapetenkleister auf ca. 100 ml destilliertem Wasser. Den jetzt etwas dicken Kleber kann man nach Bedarf verdünnen. Der angesetzte Kleber hält in einem geschlossenen Gefäß mindestens 6-8 Wochen. 
Þ Nachdem alle Stege aufgeklebt sind, Werkstück gut trocknen. Danach vorsichtig brennen. Die Stege brennen in der Fondantschicht fest. Das Betragen der Zellen mit Email wird dadurch wesentlich erleichtert.
Þ  Nach dem Abkühlen Email aufsieben oder die Zellen mit nassem Email auffüllen. Bei transparenten Emails immer nur eine dünne Schicht Email auf/eintragen. Ist die Emailschicht zu dick, wird sie nach dem Brand trübe. Man kann natürlich gleichzeitig mehrere Farben auftragen und in einem Arbeitsgang brennen. 
Þ Werkstück mit Sichtseite nach oben auf einen Gegenemailständer legen.
Þ Trocknen
Þ Brennen.Cloisonné-Emails werden in der Regel so geschliffen, dass Die Stegdrähte und das Email eine glatte Oberfläche bilden. Früher verwendete man zum Schleifen von Email Karborundsteine oder –schleifpapier. Diese Materialien haben den großen Nachteil, dass sich der Schleifstaub nur sehr schwer von der Emailfläche entfernen lässt, insbesondere wenn sich Schleifstaub in den evtl. vorhandenen Poren des Emails festsetzt. Deshalb verwendet man heute besser Diamantwerkzeuge wie Dia-Feilen, Dia-Schleifpapiere oder Dia-Pads. Eine ausführliches Manuskript auf CD über das Schleifen der Emails von Hand oder mit einer Maschine können Sie bei mir zum Preis von 6,50 Euro incl. Versand per E-Mail anfordern. www.emailkunst.de

Soll die Platte als Schmuck getragen werden, empfiehlt sich in diesem Fall eine Kasten- oder Krappenfassung gefasst werden.

Wenn Sie sich für das Emaillieren von Silberschmuck interessieren, können Sie bei mir ein Manuskript „Vom Silberblech zum Emailschmuck“ auf CD zum Preis von 15,- Euro erwerben. Das Manus beschreibt auf über 30 DIN A4 Seiten ausführlich und reich bebildert sowohl die vorbereitenden Metallarbeiten einschließlich verschiedener Fassungsarten, das Anlöten von Rahmen und Furnituren vor dem Emaillieren, Cloisonné-Emaillierung, Schleifen und Polieren des Emails usw. 

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