(Press- oder Druckformen für den Emailleur)
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Beschreibung der Technik Unter dieser Überschrift, die man in etwa mit "Press- oder
Druckformen für den Emailleur" übersetzen könnte,
erschien in dem US-Magazin Glass On Metal, Vol. 18, No 1, April,
1999, ein ausführlicher Artikel über dieses m. E. interessante
und einfache Verfahren, kleine, gewölbte Formen aller Art
herzustellen. Der Artikel von Carol Holaday befasst sich mit den
professionellen, z. T. recht teuren Werkzeugen und Materialien. Ich möchte
hier meine stark "abgespeckte" Variante vorstellen. Allerdings
lassen sich mit dieser vereinfachten Version nicht alle Möglichkeiten
des Pressformens ausschöpfen. Sollten Sie sich dafür
interessieren, empfehle ich den Artikel in GOM (Glass On Metal, Magazin für
Emailtechnik, Kontakt: The Enamelist Society E-Mail-Adresse:
Klinedl@email.uc.edu Postadresse:
P. O. Box: 631704 Cincinnati Ohio 45263-1704 USA, Webseite:
http://www.craftweb.com/org/enamel/enamel.htm.
Bei dem Verfahren handelt es sich im Grunde um ein Tiefziehverfahren mit
einfachsten Hilfsmitteln. Es erlaubt gewölbte Formen aller Art
herzustellen, die mit der Anke oft nur schwer zu verwirklichen sind. Die
selbstgefertigten Schablonen, bzw. Matrizen gestatten aber auch viele
absolut identische Teile, z. B. für ein Collier, schnell und sicher
herzustellen. (siehe Bild 2). Grundlagen des Verfahrens. Aus einer Kunststoffplatte (z. B. Plexiglas) wird eine Form ausgesägt. Man erhält eine Matrize. Ein vorbereitetes Blechstück wird zwischen die Platte, die die ausgesägte Form enthält, eine Gummiplatte und eine weitere stabile Platte gelegt. Das "Sandwich" wird gepresst. Durch die elastische Gummiplatte wird das Blech in die Form gedrückt. Es entsteht eine Wölbung. Notwendige Materialien und Werkzeuge Matrizenmaterial. In der einschlägigen Literatur wird als Matrizenmaterial meist Acryl- bzw. Plexiglas vorgeschlagen. Nach meinen Erfahrungen sind diese Acrylgläser allerdings zu spröde. Besser sind etwas zähere, elastischere, Kunststoffe. Sie sollten mindestens 5 mm dick sein. Diese Platten lassen sich mit der Laub- oder Goldschmiedesäge mit Feilen, Schleifpapieren usw. problemlos bearbeiten. Sie halten 10 - 20 Formvorgänge ohne Beschädigung aus. (Tip: Reststücke solcher Kunststoffplatten erhält man bei kunststoffverarbeitenden Firmen, z. B. Firmen die Leuchtreklamen herstellen. Gelbe Seiten des Telefonbuches!!). Eine besonders langlebige Matrize erhält man, indem man eine oder beide Seiten der Kunsstoffplatte mit 1mm-Hartmessingblech oder einem 1mm-Blech aus einer harten Aluminium-Legierung kaschiert. Dieses "Sandwich" kann, selbstverständlich vor dem Aussägen der zu pressenden Form, mit Kontaktklebern zusammengeklebt oder auch zusammengenietet werden. Gummiplatten. Um das Blech in die Form zu pressen, wird ein elastisches, aber nicht zu weiches Material benötigt. Geeignet sind Gummiplatten verschiedener Stärken und Härten, die aber kein Gewebe enthalten dürfen. (siehe Gelbe Seiten "Gummierzeugnisse"). Druckerzeugung. In USA wird eine spezielle Presse für
dieses Verfahren angeboten, die ziemlich teuer ist. In dem Buch "Hydraulic
die forming for jewelers and metalsmith" von Susan Kingsley ist ein
Bauplan für eine Presse angegeben, die ein Schlosser leicht zusammenbauen kann. In der kleinen Werkstatt und für gelegentliche "Pressform"-Arbeiten
reicht jedoch ein kräftiger Schraubstock aus.
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Durchführung. Mit einem wasserfesten Filzstift das Design
auf eine Kunststoffplatte zeichnen. Vorbereiten des Blechs. Kupferblech sollte etwa 0.5 mm, Silberblech 0.5 - 1.0 mm stark sein. Dieses Verfahren ist ein Tiefzieh-Verfahren, so dass die Blechstärke auch von dem erwünschten Ergebnis abhängig ist. Da beim Tiefziehen das Blech durch die Verformung dünner wird, kommen flache Wölbungen mit einer geringeren Blechstärke aus, während tiefere Wölbungen stärkeres Blech erfordern. Es empfiehlt sich das Blech vor jedem Pressvorgang weichzuglühen. Geglühtes Kupferblech durch Beizen oder Schleifen/Schmirgeln von der Oxidschicht befreien. (Erklärung. Angenommen, die Presse erzeugt 1000 kg Druck: Verteilt sich der Druck auf eine 10 x 10 cm = 100 cm² grosse Fläche, so entfällt auf einen Quadratzentimeter 1000 kg/100 cm² = 10 kg/cm² Druck. Ist die Fläche dagegen nur 5 cm x 5 cm = 25 cm², so ist der Druck pro Quadratzentimeter = 1000 kg /25 cm² = 40 kg/cm² ). Der Druck auf den Matrizenausschnitt wird damit vervierfacht.
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| Zusammenlöten zweier Halbschalen. Ein großer Vorteil
des Pressformings besteht darin, dass gewölbte Teile (Schalen, Kugeln
oder besonders auch alle irregulären Formen) leicht und schnell
herzustellen und weiterzuverarbeiten sind. Durch einfaches Herumdrehen der
Matrize lassen sich zwei absolut gegengleiche Teile herstellen, die sich
sehr einfach zusammenlöten lassen. Um eine gute Lötbasis zu
bekommen, legt man das gepresste Objekt nochmals in die Matrize. An Stelle
des Gummis wird aber jetzt eine Metallplatte auf den überstehenden
Metallrand gelegt. Das Sandwich dann gut zusammenpressen. Darauf achten,
daß die Hohlform ausreichend Platz hat und nicht wieder flach gedrückt
wird!! Durch das Pressen wird der überstehende Metallrahmen absolut
plan. Darüber, ob es notwendig ist, stark gewölbte Formen auch von innen zu emaillieren, gehen die Meinungen der Experten auseinander. Ich emailliere grundsätzlich alle Werkstücke beidseitig und zwar nicht nur, um die Spannung Metall-Email zu minimieren, sondern auch, um dem Werkstück mehr Stabilität zu verleihen. Das ist insbesondere bei Schmuck aus Feinsilber m. E. sehr wichtig. Bei der Herstellung von zu emaillierenden Hohlkörpern emailliere ich die Innenseite vor dem Löten. Dabei ist darauf zu achten, daß die Lotsäume nach dem Emaillieren und vor dem Löten gut von Email befreit werden. Sollen zwei spiegelbildliche Werkstücke hergestellt werden,
(Ohrringe, Manschettenknöpfe oder Teile für ein Collier) Matrize
umdrehen und ein neues Blech wie beschrieben aufwölben. Dabei darauf
achten, dass der Pressdruck des zweiten Stücks dem des ersten
entspricht.
Wer häufiger das Pressformverfahren anwenden will, kann sich von einem guten Schlosser die links abgebildete Presse bauen lassen. Sie besteht aus einem kräftigen Wagenheber und einem Metallrahmen. Auf den "Kopf" des Wagenhebers wird eine Platte montiert, die sich mit dem Wagenheber unter den oberen Rahmen drücken läßt. Der Abstand zwischen der "Kopfplatte" und dem oberen Rahmen sollte so bemessen sein, daß die zu pressenden Werkstücke + Schablonen + Gummis leicht darunter passen. Wichtig ist, das der Metallrahmen dem Druck des Wagenhebers stand hält. Der hier abgebildete Wagenheber bringt es immerhin auf 20 Tonnen Pressdruck. Das Bild der Presse ist dem Buch "The Art & Craft of Making Jewelry von Joann Gollberg, Lark Books, New York USA, entnommen. In dieser Beschreibung mag sich das Verfahren vielleicht etwas kompliziert anhören. In der Praxis ist es aber wirklich sehr einfach. Was mich an dem Verfahren begeistert ist, dass man auch unregelmäßige oder eckige Formen, die sich sonst nur schwer so herstellen lassen, dass die Ränder für ein späteres Zusammenlöten von 2 Halbschalen wirklich parallel und deckungsgleich sind, schnell und sicher herstellen lassen. Die Herstellung eines Kissens, eines doppelgewölbten Herzens oder Sterns, einer Kugel usw. ist mit diesem Verfahren auch dem metalltechnischen Laien möglich. Wer sich für dieses Verfahren, das noch viele weitere Möglichkeiten einschliesst, interessiert und wer über ausreichende Englischkenntnisse verfügt, dem sei das Buch von Susan Kingsley und der Bezug von "Glass on Metal" empfohlen. Bezug von Glass on Metal bei: The Enamelist Society, P. O. Box 310, Newport, KY 41072, Tel: 001-606-291-3800 E-Mail: Klinedl@email.uc.edu Wenn noch Fragen offen sind, schicken Sie mir einfach ein E-Mail: massow@emailkunst.de |
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A Low-Cost Press Forming Technique
With interest I studied the article "Hydraulic Die Forming for
Enamelists" by Carol Holiday in the April 1999 (Vol. 18, No.1) issue of
Glass on Metal. I first saw this technique in a work-shop held at West
Dean College, Cich-ester, Great Britain, presented by Louise O'Neill
and Bonnie Macintosh. I was immediately filled with enthusiasm by this
technology, but the high cost for the press disturbed me. I only
occasionally do such work. When back at home I began to experiment
with less expensive tools and came up with a "low cost" press forming
technique. You will need:
With these tools you can form objects like a hemisphere from flat sheet
copper up to a thickness of 1 mm (B&S Gauge 18 or about 0.04") and
a diameter of 4-5 cm or larger if you use fine silver. As an example I'll describe how to make two hemispheres with a diameter of 1 inch which I will solder together to make a sphere. Read Carol Holiday's very informative article for more details.
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by Edmund Massow
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